Jedes Unternehmen, das Verpackungen in der EU vermarktet, braucht ab dem 12. August 2026 für jede einzelne Verpackungsart eine gültige PPWR-Konformitätserklärung (Declaration of Conformity, DoC) - ohne Übergangsfrist, ohne Ausnahmen. Wer an diesem Datum keine prüffähige Dokumentation vorweisen kann, riskiert ein Vermarktungsverbot im gesamten EU-Binnenmarkt.
Das klingt nach einem überschaubaren Papierprozess. Für Unternehmen mit 50, 500 oder 5.000 Verpackungsartikeln ist es das nicht. Denn die größte Herausforderung ist nicht das Dokument selbst, sondern die Datenbasis dahinter: vollständige Materialspezifikationen, Lieferantennachweise, PFAS-Bestätigungen, Recyclingfähigkeitsbewertungen und Versionskontrolle - für jeden Artikel, in jedem Absatzmarkt.
Dieser Artikel zeigt, welche Software-Ansätze für die DoC-Erstellung heute verfügbar sind, wo ihre Grenzen liegen - und warum der vernetzte Ansatz, bei dem DoC und Verpackungsdaten aus einem System kommen, 2026 entscheidend ist.
Was ist die PPWR-Konformitätserklärung - und warum wird sie 2026 zur Pflicht?
Die Declaration of Conformity (DoC) ist eine rechtsverbindliche Selbsterklärung des Herstellers: Er bestätigt damit, dass eine bestimmte Verpackungsart die Anforderungen der EU-Verpackungsverordnung (PPWR, Regulation (EU) 2025/40) erfüllt. Artikel 39 der PPWR definiert die DoC, Anhang VIII regelt die Mindeststruktur des Dokuments.
Die Erklärung deckt die Einhaltung der Artikel 5 bis 12 ab: Minimierung, Recyclingfähigkeit, Rezyklatanteile, Wiederverwendung, Stoffbeschränkungen und innovative Verpackungen.
Keine Übergangsfrist für die DoC: Die PPWR-Konformitätserklärung gilt ab dem 12. August 2026 ohne jede Übergangsfrist für alle Verpackungsarten, die in der EU in Verkehr gebracht werden - unabhängig von Unternehmensgröße oder Branche. Wer an diesem Datum keine gültige DoC vorweisen kann, riskiert ein Vermarktungsverbot im gesamten EU-Binnenmarkt.
Wer ist verantwortlich? Nicht der Verpackungslieferant - sondern das Unternehmen, das die Verpackung unter eigenem Namen oder eigener Marke auf den EU-Markt bringt. Bringt Unternehmen B Produkte unter seiner Marke in der EU in Verkehr, gilt es nach PPWR als Hersteller - und die DoC-Pflicht liegt bei Unternehmen B. Die Faustregel: Steht Ihre Marke auf der Verpackung, sind Sie wahrscheinlich der Hersteller.
Die technische Dokumentation, die jede DoC untermauert, muss aufbewahrt werden: bei Einwegverpackungen mindestens 5 Jahre, bei Mehrwegverpackungen mindestens 10 Jahre nach Inverkehrbringen.
Die Herausforderung: Warum manuelle DoC-Erstellung nicht skaliert
Viele Unternehmen versuchen zunächst, die DoC-Erstellung mit vorhandenen Mitteln zu lösen: Word-Vorlagen, Excel-Listen, PDF-Dateien von Lieferanten. Das funktioniert für wenige Artikel - scheitert aber systematisch bei wachsenden Portfolios. Die vier größten Schwachstellen manueller Ansätze:
1. Copy-Paste aus verstreuten Datenquellen Materialspezifikationen liegen beim Lieferanten, Recyclingbewertungen in einer separaten Analyse, PFAS-Nachweise in einer E-Mail. Jede DoC erfordert manuelle Zusammenführung - mit allen Risiken inkonsistenter oder veralteter Daten.
2. Fehlende Datenbasis Dieser Prozess zeigt typischerweise, dass 30-70 % der Daten in bestehenden Verpackungsdokumentationssystemen fehlen - eine der häufigsten Ursachen für unvollständige oder anfechtbare Konformitätserklärungen.
3. Keine Versionierung Sobald sich relevante Parameter ändern - etwa Material, Struktur, Gewicht, Recyclingfähigkeit oder Einsatzgebiet - ist zu prüfen, ob eine neue DoC notwendig ist. Ohne systematische Versionskontrolle entstehen Audit-Risiken.
4. Keine Skalierbarkeit Portfolios mit 1.000+ Verpackungsartikeln stehen vor einer erheblichen Herausforderung: Jede einzelne Verpackungsart erfordert ihre eigene Erklärung - die portfolioweite Vorbereitung wird so zum massiven Aufwand.
Welche Anforderungen muss eine DoC-Software erfüllen?
Bevor Sie Tools vergleichen: Definieren Sie zuerst, welche Funktionen für Ihren Kontext unverzichtbar sind. Die fünf Kernkriterien:
- Automatische DoC-Generierung aus strukturierten Verpackungsdaten - keine manuelle Dateneingabe, kein Copy-Paste
- Zentrale Verpackungsdatenbank als Single Source of Truth - alle Spezifikationen, Lieferantendaten und Compliance-Daten an einem Ort
- Audit-Trail und Versionierung - lückenlose Nachvollziehbarkeit aller Änderungen mit Zeitstempel und Verantwortlichkeit
- Integrierte Recyclingfähigkeits- und Substanz-Compliance-Checks - direkte Verknüpfung von Verpackungsdaten mit den PPWR-Anforderungen (Art. 5-12)
- EU-weite Mehrsprachigkeit und Skalierbarkeit - DoCs für alle EU-Absatzmärkte und große Portfolios ohne Prozessbrüche
Software-Vergleich: Wer generiert DoCs wirklich aus Verpackungsdaten?
Packa - integrierte DoC-Erstellung aus dem Verpackungsdatensystem
Packa ist die einzige Plattform auf dem Markt, die DoCs direkt aus demselben System generiert, in dem auch Verpackungsspezifikationen, EPR-Gebührenanalysen und Recyclingfähigkeitsbewertungen verwaltet werden. Der entscheidende Unterschied: keine Medienbrüche, keine Doppelerfassung, keine verstreuten Dateien.
So funktioniert die DoC-Erstellung in Packa:
- Sie erfassen alle Verpackungsspezifikationen zentral - aus Excel, CSV, PDFs und ERP-Exporten per KI-gestützter Digitalisierung
- Lieferantendaten (inkl. PFAS-Nachweise, Rezyklatanteile) holen Sie über automatisierte Kommunikation direkt ein und validieren sie
- Recyclingfähigkeit und Substanz-Compliance berechnet das System automatisch und verknüpft sie mit der Verpackung
- Die DoC wird auf Basis dieser validierten, vollständigen Datenbasis generiert - auditfähig, versioniert und skalierbar für Portfolios mit 1.000+ Artikeln
Das Ergebnis: weniger Verwaltungsaufwand, mehr Dokumentkontrolle und die Fähigkeit, schnell auf Kunden-, Audit- und Behördenanfragen zu reagieren.
Consust - PPWR-Workflow ohne tiefe Verpackungsdaten-Integration
Consust unterstützt dabei, Verpackungsdaten systematisch zu erfassen, rechtliche Anforderungen zu erfüllen und interne Prozesse zu verschlanken. Alle wichtigen Verpackungsdaten sind zentral verfügbar und konsistent abrufbar.
Der Fokus von Consust liegt jedoch auf einer multi-framework-kompatiblen ESG-Plattform - das bedeutet: breite Abdeckung vieler Nachhaltigkeitsstandards, aber kein tiefer Verpackungsdaten-Kern. Die DoC-Unterstützung ist vorhanden, aber nicht direkt aus einer strukturierten Verpackungsdatenbank heraus vernetzt. Für FMCG-Unternehmen mit umfangreichen, komplexen Verpackungsportfolios entstehen so Prozesslücken zwischen Verpackungsdaten und der eigentlichen Dokumentation.
Manuelle Ansätze mit Word/Excel-Templates
Word- und Excel-Vorlagen sind der einfachste Einstieg - und der riskanteste Weg in die Skalierung. Sie bieten:
- ❌ Keine automatische Befüllung aus Verpackungsdaten
- ❌ Keine Versionierung oder Audit-Trail
- ❌ Keinen Abgleich mit Recyclingfähigkeitsbewertungen oder PFAS-Compliance
- ❌ Keine Skalierung auf große Portfolios
Für Unternehmen mit wenigen Verpackungsarten können Templates als kurzfristiger Einstieg funktionieren - als dauerhafte Lösung sind sie weder compliance-sicher noch effizient. Ein PPWR-Konformitätserklärung-Template ist ein sinnvoller Start, ersetzt aber keinen strukturierten Datenprozess.
ERP-basierte Lösungen (SAP und Co.)
ERP-Systeme sind auf Artikelstammdaten und Produktionsprozesse ausgelegt - nicht auf verpackungsspezifisches Compliance-Wissen. Ihnen fehlen strukturell:
- Verpackungsdomänenwissen (Materialfunktionen, Schichtaufbau, Recyclingfähigkeits-Methodik)
- Direkte Verbindung zu PPWR-Compliance-Anforderungen (Art. 5-12)
- Native Integration von Lieferantenerklärungen und PFAS-Nachweisen
DoC-Workflows in SAP einzubinden ist technisch möglich, erfordert aber erheblichen Customizing-Aufwand und liefert typischerweise kein auditfähiges, verpackungsnahes Compliance-Ergebnis.
Software-Vergleich auf einen Blick
| Kriterium | Packa | Consust | Word/Excel (manuell) | SAP / ERP-Standard |
|---|---|---|---|---|
| DoC-Erstellung direkt aus Verpackungsdaten | ✅ Vollständig integriert | ⚠️ Teilweise (PPWR-Workflow, keine tiefe Verpackungsdaten-Integration) | ❌ Manuell, fehleranfällig | ❌ Kein Verpackungs-Domänenwissen |
| Strukturierte Verpackungsdatenbank als Datenbasis | ✅ Zentrales Verpackungsdatenmanagement | ⚠️ ESG-Plattform, nicht verpackungsspezifisch | ❌ Nicht vorhanden | ⚠️ Artikelstammdaten, kein Verpackungsfokus |
| KI-gestützte Spezifikationsdigitalisierung | ✅ Aus Excel, PDF, CSV, ERP-Exporten | ❌ Nicht verfügbar | ❌ Nicht verfügbar | ❌ Nicht verfügbar |
| Automatisierte Lieferantenkommunikation | ✅ Integriert mit Validierung | ⚠️ Begrenzt | ❌ E-Mail-basiert, manuell | ⚠️ Nur über Zusatzmodule |
| Audit-Trail & Versionierung | ✅ Vollständige Versionskontrolle | ✅ Dokumentenarchivierung | ❌ Keine Versionierung | ⚠️ Generisch, kein Verpackungsbezug |
| EPR-Gebührenanalyse integriert | ✅ Länderübergreifend | ⚠️ Teilweise (ESG-Fokus) | ❌ Nicht vorhanden | ❌ Nicht vorhanden |
| Recyclingfähigkeitsbewertung | ✅ Integriert | ✅ PPWR-Recyclability-Check | ❌ Nicht vorhanden | ❌ Nicht vorhanden |
| EU-weite Mehrsprachigkeit (DoC) | ✅ EU-weit | ✅ Mehrsprachig | ⚠️ Manuell je Land | ⚠️ Aufwendige Anpassung |
| Skalierbarkeit (1.000+ Verpackungsartikel) | ✅ Optimiert für große Portfolios | ⚠️ Eher für kleinere Portfolios | ❌ Nicht skalierbar | ❌ Ohne Customizing nicht möglich |
| Praxisbewährung im FMCG-Umfeld | ✅ 300+ Kunden, 850+ Projekte | ⚠️ Branchenübergreifender ESG-Fokus | ❌ Kein spezialisierter Support | ❌ Kein Branchenfokus Verpackung |
Testen Sie Ihre DoC-Bereitschaft
Beantworten Sie 6 Fragen und erfahren Sie, wie gut Ihr Unternehmen für die DoC-Pflicht ab August 2026 aufgestellt ist:
Warum der vernetzte Ansatz gewinnt: Die DoC ist nur so gut wie ihre Datenbasis
Die DoC ist ein zentrales Compliance-Dokument - und ein häufig unterschätzter Aufwandstreiber. Das liegt nicht an der Komplexität des Dokuments selbst, sondern an der Qualität und Vollständigkeit der zugrunde liegenden Daten.
Eine DoC, die auf manuell zusammengeführten, unversionierten Excel-Daten basiert, schützt nicht - sie wird zur Haftung. Denn:
- Behörden können jederzeit prüfen, ob die technische Dokumentation die Aussagen in der DoC belegt
- Die DoC ist kein Formular, das Sie einmalig ausfüllen und ablegen - sie ist eine laufende rechtliche Verpflichtung mit Audit-Exposition
- Jede Änderung an Material, Lieferant oder Design kann eine aktualisierte DoC erforderlich machen
Der Unterschied zwischen einem integrierten Verpackungsdatensystem und einer Standalone-Lösung zeigt sich genau hier: Wer Verpackungsdaten, Lieferantenkommunikation, Recyclingbewertungen und Compliance-Checks in einer Plattform vereint, erstellt DoCs nicht nur schneller - er hält sie dauerhaft aktuell, versioniert sie lückenlos und stellt sie auf Knopfdruck für Audits bereit.
Unternehmen, die ihre EPR-Compliance ebenfalls digital absichern wollen, profitieren doppelt: Die strukturierten Verpackungsdaten, die Sie für die DoC aufbauen, sind dieselbe Datenbasis, die Sie für EPR-Meldungen, Recyclingquoten-Tracking und den Digitalen Produktpass benötigen.
Fazit: DoC-Software kaufen - worauf es wirklich ankommt
Wenn Sie 2026 eine skalierbare, auditfähige Declaration of Conformity für Ihr Verpackungsportfolio sicherstellen wollen, stellen Sie sich vor der Softwareauswahl diese drei Fragen:
- Kommt die DoC direkt aus meinen strukturierten Verpackungsdaten - oder muss ich Daten manuell zusammenführen?
- Deckt die Lösung auch Lieferantenkommunikation, Recyclingfähigkeit und EPR-Compliance ab - oder brauche ich dafür separate Tools?
- Kann ich 500 oder 2.000 Verpackungsartikel skalierbar verwalten - oder eignet sich die Lösung nur für kleine Portfolios?
Je mehr dieser Fragen Sie mit "Ja" beantworten, desto robuster ist Ihre DoC-Strategie. Packa ist die einzige spezialisierte Verpackungsmanagement-Plattform, die alle drei Fragen mit einem integrierten Ansatz beantwortet - auf Basis von über 300 Kunden und 850+ Projekten in FMCG, Lebensmittel, Kosmetik und Industrie.
Häufige Fragen zur PPWR-Konformitätserklärung Software
Was muss eine PPWR-Konformitätserklärung (DoC) mindestens enthalten?
Laut PPWR Anhang VIII muss jede DoC enthalten: eine eindeutige Identifikationsnummer der Verpackung, vollständige Herstellerangaben (Name, Adresse, ggf. Bevollmächtigter), eine Konformitätserklärung mit Bezug auf die einschlägigen PPWR-Artikel (5-12), einen Verweis auf die zugrundeliegende technische Dokumentation, angewandte Normen und Methoden (z. B. für Recyclingfähigkeit) sowie eine autorisierte Unterschrift mit Datum. Für jede eigenständige Verpackungsart ist eine eigene DoC erforderlich.
Wer ist verantwortlich für die Erstellung der PPWR-DoC?
Primär haftet der Hersteller - also das Unternehmen, das Verpackungen unter eigenem Namen oder eigener Marke auf den EU-Markt bringt. Das ist nicht zwingend der physische Produzent der Verpackung: Trägt Ihre Marke die Verpackung, sind Sie als Markenhersteller verantwortlich. Importeure und Händler müssen sicherstellen, dass eine gültige DoC vorliegt, bevor sie Verpackungen in der EU in Verkehr bringen.
Wie lange muss die PPWR-Konformitätserklärung aufbewahrt werden?
Laut PPWR gilt: Technische Unterlagen und Konformitätserklärungen für Einwegverpackungen müssen mindestens 5 Jahre aufbewahrt werden, für Mehrwegverpackungen mindestens 10 Jahre. Die Dokumente müssen auf Anforderung den Behörden vorgelegt werden können.
Kann ich eine DoC für mehrere Länder gleichzeitig verwenden?
Grundsätzlich ja - die DoC basiert auf der EU-weit einheitlichen PPWR. Allerdings muss die Erklärung in der offiziellen Landessprache des Zielmarkts verfügbar sein und ggf. länderspezifische Anforderungen berücksichtigen. Prüfen Sie daher immer die nationalen Besonderheiten in Ihren Absatzmärkten.
Wie unterscheidet sich Packa von einer generischen ERP-Lösung für die DoC-Erstellung?
ERP-Systeme wie SAP sind auf Artikelstammdaten ausgelegt, nicht auf verpackungsspezifische Compliance-Anforderungen. Packa hingegen verbindet strukturierte Verpackungsspezifikationen, Lieferantendaten, Recyclingfähigkeitsbewertungen und EPR-Gebührenanalysen in einer Plattform - und generiert die DoC direkt aus diesen validierten Daten. Das spart manuelle Doppelarbeit, schließt Datenlücken und macht die Dokumentation skalierbar und auditfähig.
Was passiert, wenn ich keine DoC zum Stichtag 12. August 2026 vorweisen kann?
Ohne gültige DoC darf die betreffende Verpackung nicht mehr auf dem EU-Markt in Verkehr gebracht werden. Nationale Behörden können Vermarktungsverbote sowie empfindliche Bußgelder verhängen. In Deutschland können Verstöße gegen das Verpackungsgesetz mit bis zu 200.000 € pro Verstoß geahndet werden.


