
Ab dem 12. August 2026 gilt die neue EU-Verpackungsverordnung (PPWR) unmittelbar in Deutschland – ohne nationale Spielräume. Für alle, die Verpackungen in Verkehr bringen, wird das EU „Verpackungsgesetz 2026“ damit zum harten Compliance-Kriterium.
Bußgelder, Marktausschlüsse und Produktverbote drohen vor allem Unternehmen, die ihre Verpackungsdaten nicht im Griff haben. Gleichzeitig erwarten Einkauf, Nachhaltigkeit und Management klare Antworten: Wie PPWR-ready sind wir? und Welche Maßnahmen priorisieren wir zuerst?
Diese Checkliste ist als praxisorientierter Diagnose-Guide gedacht: Sie gehen Anforderung für Anforderung durch, beantworten die Fragen ehrlich – und sehen sofort, wo Ihnen heute Daten, Transparenz oder Prozesse fehlen, um Nachhaltige Verpackung Compliance wirklich sicherzustellen.
So nutzen Sie diese PPWR-Checkliste
Nehmen Sie ein repräsentatives Set Ihrer wichtigsten Verpackungen (Top-Umsatz, kritische Materialien, viele SKUs).
Gehen Sie jede der 10 Anforderungen durch und beantworten Sie die Fragen mit Ja / Teilweise / Nein.
Notieren Sie, welche Informationen Sie sofort liefern können – und wo Sie nachfragen oder recherchieren müssten.
Bewerten Sie am Ende:
0–3 erfüllte Anforderungen: Hoher Handlungsdruck, akute Compliance-Risiken
4–7: Grundlagen vorhanden, aber deutliche Lücken in Datenqualität & Steuerbarkeit
8–10: Gute Ausgangslage – jetzt systematisch digitalisieren & skalieren
Leitfrage der gesamten Checkliste:
Können Sie alle Antworten datenbasiert und auditfähig belegen – oder nur „aus dem Bauch heraus“?
Die 10 zentralen PPWR-Anforderungen – Ihr Praxis-Check
1. Konformitätserklärungen & technische Dokumentation für jede Verpackung
Ab August 2026 werden Konformitätserklärungen und technische Dokumentationen für jeden Verpackungstyp verpflichtend.
Fragen Sie sich:
Gibt es für jeden Ihrer Verpackungsartikel eine aktuelle Spezifikation mit klarer Versionsführung?
Können Sie Materialaufbau, Schichtstruktur, Additive, Farben, Barrieren etc. zentral nachschlagen?
Wissen Sie, welche Dokumente (z. B. Food Contact, Reach/ROHS, Recyclingfähigkeit) zu welchem Artikel gehören?
Warnsignale: Spezifikationen liegen als PDFs in E-Mails, auf Laufwerken oder beim Lieferanten – aber nicht in einem systematischen, auditfähigen System.
Wie Packa unterstützt: KI-gestütztes Auslesen von Spezifikationen aus PDFs, ERP-Exports & Co., zentrale Verwaltung aller Verpackungsdaten und Dokumente pro Artikel.
2. Vollständige, standardisierte Verpackungsstammdaten
Ohne strukturierte Stammdaten lassen sich PPWR-Anforderungen, EPR-Gebühren oder Nachhaltigkeitsziele nicht automatisiert prüfen.
Fragen Sie sich:
Haben Sie eine einheitliche Datenstruktur für alle Verpackungen (Materialcodes, Schichten, Gewichte, Farben)?
Können Sie auf Knopfdruck sehen, wie viele Tonnen welches Materials Sie in welchem Land in Verkehr bringen?
Sind Verantwortlichkeiten für Datenerfassung & Pflege klar geregelt (Einkauf, Technik, QS, Nachhaltigkeit)?
Warnsignale: Unterschiedliche Excel-Vorlagen nach Lieferant, Artikelgruppe oder Werk; identische Materialien mit verschiedenen Bezeichnungen; manuelle Konsolidierung vor jedem Reporting.
Wie Packa unterstützt: Zentrale, digital standardisierte Stammdatenbank über alle Verpackungsartikel; klare Rollen, Workflows und Datenqualitätsprüfungen.
3. Recyclingfähigkeit: Design-for-Recycling nachweisbar umsetzen
Ab 2030 müssen alle Verpackungen recyclingfähig sein, bewertet nach einheitlichen Kriterien (z. B. Circular Packaging Design Guideline).
Fragen Sie sich:
Können Sie heute für jede Verpackung einen quantifizierten Recyclingfähigkeits-Score ausweisen?
Wissen Sie, welche Kombinationen aus Material, Farbe, Sleeve, Etikett, Klebstoff Ihre Einstufung verschlechtern?
Gibt es ein definiertes Design-for-Recycling-Framework, nach dem neue Verpackungen freigegeben werden?
Warnsignale: Recyclingfähigkeit wird nur qualitativ („dürfte recyclingfähig sein“) bewertet; Abhängigkeit von Einzelwissen einzelner Mitarbeitender.
Wie Packa unterstützt: Automatisierte Analyse von Spezifikationsdaten, systematische Bewertung der Recyclingfähigkeit je Artikel und Identifikation kritischer Verbunde.
4. Rezyklatquoten planen & dokumentieren
Die PPWR führt verbindliche Rezyklatquoten ein (10–35 % je nach Verpackungsart, z. B. 30 % für Einweg-Getränkeflaschen und 35 % für sonstige Kunststoffverpackungen bis 2030).
Fragen Sie sich:
Unterscheiden Sie in Ihren Stammdaten systematisch zwischen Neuware, Post-Consumer-Rezyklat (PCR) und Post-Industrial-Rezyklat (PIR)?
Können Sie den Rezyklatanteil pro Verpackungsartikel und pro Markt nachweisen?
Haben Sie mit Lieferanten vertraglich gesicherte PCR-Mengen für kritische Kategorien?
Warnsignale: Rezyklatanteile stehen nur in Angeboten oder einzelnen E-Mails; keine zentrale Übersicht; keine Szenario-Planung für Zieljahre.
Wie Packa unterstützt: Erfassung und Monitoring von Rezyklatquoten je Artikel, Portfolio-Analysen zur Zielerreichung und frühzeitige Erkennung von Versorgungslücken.
5. Volumenbegrenzung & Leerraum im E-Commerce
Die PPWR begrenzt den Leerraumanteil in E-Commerce-Verpackungen auf 40 %, sofern technisch vermeidbar.
Fragen Sie sich:
Haben Sie für Versand- und Umverpackungen Daten zu Innenvolumen, Produktabmessungen und Füllmaterial?
Können Sie Leerraumquoten automatisiert berechnen und kritische Verpackungen identifizieren?
Gibt es definierte Guidelines für Verpackungsgrößen im E-Commerce?
Warnsignale: Größenentscheidungen erfolgen rein operativ („was gerade da ist“); Leerraum wird weder gemessen noch ausgewertet.
Wie Packa unterstützt: Digitale Erfassung von Abmessungen, automatisierte Berechnung von Kennzahlen und Transparenz über Optimierungspotenziale im Versandportfolio.
6. Verbote & Beschränkungen für bestimmte Verpackungsarten
Die PPWR sieht Verbote bzw. Einschränkungen für bestimmte Einwegverpackungen und nicht notwendige Materialkombinationen vor (z. B. bestimmte To-go-Formate, unnötige Einzelverpackungen).
Fragen Sie sich:
Wissen Sie, welche Ihrer heutigen Verpackungen von Verboten oder Einschränkungen besonders betroffen sein könnten?
Können Sie diese Verpackungen im System filtern (z. B. alle Einweg-To-go-Becher mit Kunststoffdeckel)?
Gibt es konkrete Umstellungspläne (Mehrweg, andere Materialien, Systempartner)?
Warnsignale: Verbotslisten werden nur punktuell verfolgt; keine systematische Portfolio-Risikobetrachtung.
Wie Packa unterstützt: Regelbasierte Kennzeichnung kritischer Artikel, Ampellogik zu regulatorischen Risiken und Unterstützung bei der Priorisierung von Redesign-Projekten.
7. EU-Kennzeichnung & digitale Produktinformationen
Zwischen 2027 und 2028 kommen digitale Kennzeichen (z. B. QR-Codes) und EU-weit harmonisierte Labels für Entsorgungshinweise und Umweltinformationen.
Fragen Sie sich:
Haben Sie eine zentrale Übersicht, welche Symbole, Claims, QR-Codes und Pflichttexte heute auf welcher Verpackung stehen?
Können Sie künftige EU-Labelanforderungen zentral ausrollen und versionieren – statt Layouts manuell je SKU anzupassen?
Gibt es eine klare Trennung zwischen Marketing-Claims und regulatorisch erforderlichen Angaben?
Warnsignale: Layoutfreigaben laufen per E-Mail, lokale Anpassungen werden nicht zentral dokumentiert; niemand kann sicher sagen, welche Version tatsächlich im Markt ist.
Wie Packa unterstützt: Zentrales Management von Druckbildern, Verpackungshinweisen und Freigabeprozessen; Verknüpfung mit den jeweiligen Spezifikationsdaten.
8. EPR-Daten & Gebühren („Verpackungsgesetz 2026 Änderungen“)
Die erweiterte Herstellerverantwortung (EPR) bleibt, wird aber durch die PPWR verschärft: Mengenmeldungen, Gebührenlogiken und Ökomodulation hängen direkt an Ihren Verpackungsdaten.
Fragen Sie sich:
Können Sie für jedes Land, in dem Sie verkaufen, exakte Verpackungsmengen nach Materialfraktionen ausweisen?
Sind Ihre EPR-Meldungen direkt aus Ihren Stammdaten ableitbar – oder basieren sie auf Schätzungen?
Haben Sie Transparenz, wie Designänderungen (z. B. besser recyclingfähig) Ihre künftigen Gebühren beeinflussen?
Warnsignale: Mengenmeldungen werden jährlich in Ad-hoc-Excelprojekten erstellt; Abweichungen zwischen Einkauf, Controlling und EPR-Meldungen bleiben unklar.
Wie Packa unterstützt: Zentrale Mengen- und Materialdaten, EPR-Rechner und Szenario-Analysen zur Kostenoptimierung.
9. Monitoring, Reporting & funktionsübergreifende Steuerung
PPWR-Compliance ist kein einmaliges Projekt, sondern ein laufender Prozess über Jahre – mit klaren KPIs, Meilensteinen und Governance.
Fragen Sie sich:
Gibt es ein zentrales PPWR-Dashboard (z. B. Recyclingfähigkeit, Rezyklatquoten, kritische Artikel, EPR-Kosten)?
Treffen Einkauf, Verpackungstechnik, Nachhaltigkeit und QS Entscheidungen auf Basis derselben Datenbasis?
Sind Ihre Maßnahmen (Materialwechsel, Lieferantenwechsel, Re-Designs) quantifizierbar hinterlegt?


